Je länger und je massiver das Energiedefizit (=wenig Essen), um so mehr Körperfett hatten die Athleten  

Dass der Rat „iss weniger und mach mehr Sport“ nicht wirklich zielführend ist haben die meisten von uns schon am eigenen Leib erfahren. In unzähligen verzweifelten E-Mails und Forum Posts liest man Dinge wie „ich esse nur 800 kcal und nehme nicht ab“, „ich mache 5 mal pro Woche Sport und esse nur 1200 kcal, warum nehme ich nicht ab?“ Was uns die Fitnessindustrie und leider auch die meisten Gesundheitsexperten einreden wollen nicht funktioniert wurde schon in einigen Tierexperimenten gezeigt. Dass ein chronisches Energiedefizit nicht nur nicht beim Abnehmen hilft sondern genau das Gegenteil bewirkt zeigten Deutz, Bernardot, Martin and Cody in ihrem 1999 veröffentlichtem Artikel  „Relationship between energy deficits and body composition in elite female gymnasts and runners“ (1)

Kann die Elite falsch liegen? 

Man würde denken, dass professionelle Athleten alles richtig machen und bestens über Gesundheit Bescheid wissen.. Sie haben Zugang zu den besten Betreuern, eigene Ernährungsberater und Coaches. Doch was man hier nicht vergessen darf, dass oftmals die Körperzusammensetzung, die für einen Sport „gewollt“ ist nichts mit einem gesunden Körper zu tun hat. So ist es besonders im Bereich der Turnerinnen und Langstreckenläuferinnen da hier das  Motto „je dünner, je besser“ gilt.

Die Wissenschaftler untersuchten 42 Turnerinnen und 20 Läuferinnen, die alle in nationalen Teams oder nationalen Ranglisten aufgestellt waren. Es wurde die Körperzusammensetzung und Energie Verbrauch und Aufnahme gemessen. Manche der Turnerinnen hatten Energiedefitize von bis zu 1000 kcal pro Tag.

Ergebnisse:

Bei allen Athleten fanden die Forscher einen verminderten Grundumsatz. Dies ist eine Anpassungsreaktion des Körpers auf ein chronisches Energiedefizit. Außerdem zeigte sich eine positive Korrelation zwischen Höhe und Dauer des Energiedefizites und dem %-Körperfett. Das heißt, je länger und massiver gehungert wurde ums so höher war der Körperfettanteil der Athletin.

Das bedeutet, der Körper denkt man befindet sich in einer Hungersnot. Die Folge ist, dass jedes Gramm Muskel das nicht unbedingt notwendig ist um dem täglichen Anforderungen gerecht zu werden abgebaut wird da es unnötigerweise viel Energie verbraucht. Statt dessen macht der Körper lieber Fett daraus um in den Phasen der kalorischen Unterversorgung Organe und lebenswichtige Körperfunktionen aufrechterhalten zu können. Nicht lebenswichtig und Angesichts einer Hungersnot vollkommen unnötig sind z.B. Sexualhormone. Das heißt die Libido ist im Keller und die Menstruation fällt auch aus.

 

Literaturliste:

1 Deutz RC, Benardot D, Martin DE, Cody MM., Relationship between energy deficits and body composition in elite female gymnasts and runners., Med Sci Sports Exerc. 2000 Mar;32(3):659-68. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10731010

 
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Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.

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