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Was macht uns fett?

Glaubt man den offiziellen Gesundheitsempfehlungen ist die Antwort auf diese Frage einfach – zu viel Essen und zu wenig Bewegung.

Das Hauptkonzept dieser Idee ist, dass am Ende des Tages mehr Kalorien konsumiert als verbraucht wurden und dies zu einem Zuwachs an Körperfett führt. Die vermeintliche Lösung ist so simpel wie die Ursache, nämlich weniger zu Essen und mehr Sport zu betreiben.

Das “Kalorie-Konzept” welches die Basis dieser Empfehlung bildet ist auf den ersten Blick überzeugend, doch zahlreiche Studien und Erfahrung aus der Praxis lassen an diesem Konzept ernsthaft zweifeln.

 


 

In diesem ersten Teil erkläre ich, dass eine Kalorie nicht eine Kalorie ist. Der Körper reagiert sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Makronährstoffe Eiweiß (Protein), Fett und Kohlenhydrate.

Im zweiten Teil bin ich auf den 1. Hauptsatz der Thermodynamik eingegangen und ich habe Anhand des „Minnesota Starvation Experiments“ gezeigt, was passiert wenn der Mensch einer Hungersituation über mehrere Wochen hinweg ausgesetzt ist.

Im dritten Teil erkläre ich, warum Kalorienzählen nicht funktioniert.


 

Das Problem mit diesem Konzept ist, dass es unseren Körper als reinen “Verbrennungsmotor” sieht und geht davon aus dass ein Gramm eines bestimmten Nahrungsmittels X Kilokalorien an Energie liefert. Die Sache ist nur die, unser Körper ist kein Motor oder Ofen sondern ein komplexes System aus Enzymen, Hormonen und Regelkreisläufen. Eine untergeordnete Rolle spielt wie viele Kalorien ein Nahrungsmittel hat, von wesentlich größerer Bedeutung ist wie unser Körper auf das jeweilige Nahrungsmittel reagiert (5). Die Aufnahme von Kohlenhydraten provoziert eine andere hormonelle Antwort als die Aufnahme von Protein oder Fett.

 

In einer ganz aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler aus Boston den Einfluss von Mahlzeiten mit unterschiedlichem GI (Glykämischer Index) aber identischen Kaloriengehalt (1). Sie untersuchten die Wirkung auf das Gehirn, den Blutzucker und das Hungergefühl nach der Mahlzeit. Die Mahlzeit mit dem hohen GI führte zu einer deutlichen Stimulation von Gehirnarealen, die mit Belohnung und Verlangen assoziiert sind. Sie führte außerdem zu einem signifikanten absacken des Blutzuckers wenige Stunden nach dem Essen und einem damit verbundenen verstärkten Hungergefühl.

Es gibt mittlerweile zahlreiche gute, wissenschaftliche Studien welche die Vorteile einer richtig formulierten kohlenhydratarmen und fettreichen Ernährung zeigen (LCHF = low carb-high fat). Vorteile nicht nur hinsichtlich Gewichtsmanagement sondern auch hinsichtlich aller anderen wichtigen Gesundheitsparametern (4). Blutfette normalisieren sich, Management von Typ-2 Diabetes und Entzündungswerte (2).

 

LCHF positiv bei psychischen und neurologischen Erkrankungen

Doch der günstige Einfluss eine LCHF Ernährung beschränkt sich nicht nur auf Übergewicht und Herzinfarktrisiko. Menschen mit Schizophrenie und Depression reagieren sehr gut auf diese Art der Ernährung, Epilepsie wird schon seit den 30er Jahren mit dieser Art der Diät behandelt (3). Auch Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie MS, Zöliakie und Lupus sprechen sehr gut auf eine LCHF Ernährung an. Eine Pionierin auf diesem Gebiet ist Dr. Terry Wahls. Sie hat ihre eigene MS Erkrankung nicht nur am Fortschreiten gehindert sondern auch viele der Symptome rückgängig gemacht.

Es gibt einen sehr inspirierenden TED X  Talk von Dr. Terry Wahls. Kann ich nur empfehlen.

 

 


 

In diesem ersten Teil erkläre ich, dass eine Kalorie nicht eine Kalorie ist. Der Körper reagiert sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Makronährstoffe Eiweiß (Protein), Fett und Kohlenhydrate.

Im zweiten Teil bin ich auf den 1. Hauptsatz der Thermodynamik eingegangen und ich habe Anhand des „Minnesota Starvation Experiments“ gezeigt, was passiert wenn der Mensch einer Hungersituation über mehrere Wochen hinweg ausgesetzt ist.

Im dritten Teil erkläre ich, warum Kalorienzählen nicht funktioniert.


 

Referenzen:

(1) Lennerz, Belinda et al., Effects of dietary glycemic index on brain regions related to reward and craving in men, Am J Clin Nutr September 2013 ajcn.064113, http://ajcn.nutrition.org/content/early/2013/06/26/ajcn.113.064113.abstract

(2) Dansinger, Michael L.M.D., et al.  Comparison of the Atkins, Ornish, Weight Watchersand Zone Diet for Weight Loss and Heart Desease Risk Reduction: A Randomized Trail, JAMA 293, no. 1 (Jannuary 5, 2005), 43-53.

(3) Huttenlocher, Peter R., Ketonemia and Seizures: Metabolic and Anticonvulsant Effects of Two Ketogenic Diets in Childhood Epilepsy, Pediatric Research (1976) 10, 536–540; http://www.nature.com/pr/journal/v10/n5/abs/pr197666a.html

(4) Shai I et all. Weight loss with a low-carbohydrate, Mediterranean, or low-fat diet. N Engl J Med. 2008 Jul 17;359(3):229-41. doi: 10.1056/NEJMoa0708681. http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa0708681

(5) Massiera F,et al. A Western-like fat diet is sufficient to induce a gradual enhancement in fat mass over generations. J Lipid Res. 2010 Aug;51(8):2352-61. doi: 10.1194/jlr.M006866. Epub 2010 Apr 20. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/20410018

 

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Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft. Heute verhilft sie auch als Food-Coach und Personal Trainerin anderen zur Topform. Von Julia kannst Du Dich hier individuell beraten lassen.

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