Mag. Julia Tulipan
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3 Dinge die Du nicht über Honig wusstest

Honig erfreut sich als natürliches Süßungsmittel großer Beliebtheit und wird allgemein als gesunde Alternative zu raffinierter Kristallzucker angesehen.  Doch stimmt das?

Wie viel Zucker ist im Honig?

100 g Honig enthält 82 g reinen Zucker. Wir finden in erster Linie die beiden Einfachzucker Glucose und Fructose. Honig enthält auch Spuren von Mineralstoffe und Vitaminen[1], allerdings ist deren Bedeutung für die Grundversorgung irrelevant, da es nur minimale Mengen sind.

Durchschnittlicher Zuckergehalt in 100g
ProduktZuckergehaltFructoseGlucoseSucroseandere Zucker
Honig82 g38-55 %31%1,30%8,60%
Agavensirup76 g47-56 %16-20 %
Ahornsirup67 g1,50%2,40%89%Rest
Kokosblütenzucker92 g2,90%3%70-80%
Reissirup80 g3%97%
HFCS76 g55%45%

 

Warum wird Honig nicht schlecht?

Honig, so wie alle Formen von Zucker, ist hygroskopisch, das bedeutet, er enthält in seiner natürlichen Form nur wenig Wasser. Die meisten Bakterien und Mikroorganismen brauchen eine gewisse Feuchtigkeit um zu überleben. In dem wasserarmen Milieu überleben Bakterien einfach nicht lange genug um dem Honig zu schaden.

Diese hygroskopische Eigenschaft macht aber auch, dass Feuchtigkeit aus der Umgebung aufgenommen werden kann. Wir der Honig also nicht trocken und gut verschlossen gelagert, zieht er Feuchtigkeit aus der Umgebung und kann dann so sehr wohl verderben.

Ein weiterer Schutz vor Verderblichkeit ist der pH-Wert. Honig ist mit einem pH-Wert von 3-4,5 sauer. Säure ist sehr effektiver um Bakterien und anderen Organismen das Leben schwer zu machen.

Durch Verdauungsenzyme im Speichel der Bienen wird ein Teil des Zuckers im Honig in Gluconsäure und Wasserstoffperoxid gespalten. Wasserstoffperoxid wirkt ebenfalls antibakteriell.

 

Ist Honig besser als Kristallzucker?

Von einem rein stoffwechselphysiologischem Standpunkt aus gesehen, ist Honig nichts anderes als Zucker. Auf Zellniveau macht es keinen Unterschied woher die Glucose und die Fructose kommen. Genau aus diesem Grund sollte Honig nur sehr sparsam und in kleinen Mengen konsumiert werden. Warum ist er trotzdem herkömmlichem Zucker vorzuziehen? Roher Honig hat einfach weniger Verarbeitungsschritte hinter sich und ist somit sicherlich die „bessere“ Wahl.

 


 

[1]  „Nutrient data for 19296, Honey“. USDA Nutrient Data Laboratory, version SR-27. 2014.

Über den Autor Mag. Julia Tulipan

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.