Mag. Julia Tulipan MSc.
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Freispruch für das Ei

Es ist schon interessant wie lange sich manche Mythen halten und wie lange es dauert bis „liebgewonnenen“ Vorurteile begraben werden.

Dass weder Cholesterin in er Nahrung noch das Ei als Lebensmittel eine Gefahr für Leib und Leben darstellt, ist in den letzten Jahren schon in mehreren Meta-Analysen bestätigt worden. Aus diesem Grund hat auch die amerikanische Gesundheitsbehörde ihre Ernährungsempfehlungen schon 2015 dahingehen geändert, dass Cholesterin nicht mehr als „besorgniserregender Nährstoff“ gilt und es keine Limitierungen der maximalen Aufnahme mehr gibt. 

 

 

Nun ist in der Ernährungs-Umschau ein Review zum Einfluss des Eierverzehrs auf kardiovaskuläre Erkrankungen erschienen, bei dem die Erstautorin eine DGE-Mitarbeiterin ist. Im Fazit schreiben die Autoren:

„Die Ergebnisse aus Metaanalysen und systematischen Reviews von prospektiven Kohortenstudien, die die Auswirkungen des Eierverzehrs auf das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen untersuchten, ergeben für die Allgemeinbevölkerung und Menschen mit diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ 2 ein recht einheitliches Bild. In Metaanalysen war für die Endpunkte kardiovaskuläre Erkrankungen insgesamt, KHK und Schlaganfall überwiegend kein Risikozusammenhang mit dem Eierverzehr festzustellen. Bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ergaben die Studienergebnisse zu Eierverzehr und kardiovaskulärem Risiko überwiegend einen risikoerhöhenden Zusammenhang.“

Passend dazu erschien im Januar 2020 ebenfalls eine Analyse von weltweit zusammengetragenen Daten. Hier wurden die Ergebnisse von 177.000 Menschen aus 50 verschiedenen Ländern ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Die Autoren schlussfolgern: „… we did not find significant associations between egg intake and blood lipids, mortality, or major CVD events.” (wir fanden keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Eierkonsum und Blutfettwerten, Sterblichkeit und größeren Herz-Kreislauf-Events“

 


Quellen:

https://time.com/wp-content/uploads/2015/02/dgac-meeting-7-sc-1.pdf

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2020/01_20/EU01_2020_M23-M29.pdf

https://academic.oup.com/ajcn/advance-article-abstract/doi/10.1093/ajcn/nqz348/5713417

Dehghan, Mahshid, et al. „Association of egg intake with blood lipids, cardiovascular disease, and mortality in 177,000 people in 50 countries.“ The American Journal of Clinical Nutrition (2020).

Bildquellen:

Über den Autor Mag. Julia Tulipan

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Master of Science in klinischer Ernährungsmedizin. Sie ist Speakerin, Dozentin und Best Seller Autorin und schreibt für verschiedene Online-Magazine sowie für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen ketogene und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Keto-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

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