Die Bezeichnung Vitamin C, beschreibt nicht nur eine Verbindung, sondern mehrere Verbindungen (Vitamere), die Vitamin C-artige Wirkung im Organismus zeigen. Als Vitamin C, wird die biologisch aktive L-Ascorbinsäure sowie ihre Salz, das Ascorbat, bezeichnet.  Ascorbinsäure ist ein farb- und geruchloser, kristalliner, gut wasserlöslicher Feststoff mit saurem Geschmack.

Fast alle Tiere können Vitamin C aus Glucose selber synthetisieren. Der Mensch hat diese Fähigkeit im Laufe der Evolution verloren. Wir müssen daher Vitamin C über die Nahrung aufnehmen.

Vitamin C oxidiert leicht. Hitze und Licht können das Vitamin teilweise oder gänzlich zerstören.

Funktion im Körper

Vitamin C ist ein potentes Antioxidans. Es schützt Zellen vor Schäden durch freie Radikale (ROS), recycelt oxidativ verbrauchtes Vitamin E und ist an der Regeneration von Glutathion beteiligt[1]. Vitamin C spielt bei der Aktivierung des Immunsystems eine Rolle und dient als Cofaktor bei der Fibroblastenbildung und ist somit wichtig für die Vernetzung des Bindegewebes. Vitamin C verbessert die Eisenabsorption und es ist in der Nebenniere an der Biosynthese von Glukokortikoiden beteiligt.

Ein Mangel an Vitamin C führt zu Skorbut.

Aufnahme aus der Nahrung

Die Absorption von Vitamin C erfolgt im Dünndarm, sowohl durch aktiven Transport als auch durch einfache Diffusion. Komplexbilder wie Phytinsäure und Ballaststoffe können die Absorption behindern.

Vitamin C finden wir sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Produkten. Besonders reich an Vitamin C sind Gehirn, Leber, Niere und Lunge. Unter den Pflanzen liefern Brokkoli, grünes Blattgemüse, Paprika und Zitrusfrüchte besonders viel Vitamin C.

 

Labordiagnose

Es ist üblich die Menge an Vitamin C im Urin oder im Blut zu bestimmen. Diese Methode misst jedoch eher die aktuelle Aufnahme durch die Nahrung und reflektiert nicht wirklich den Vitamin C Speicherstatus[2]. Es ist Vitamin C Status in den Lymphozyten oder in Gewebezellen zu bestimmen[3].

 

Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel

Für Vitamin C ist die Hypervitaminose (Überdosierung), wie sie beispielsweise bei Vitamin A vorkommen kann, sehr selten, da der Körper einen Überschuss an Ascorbinsäure wieder über die Nieren ausscheidet. Hohe orale Einzeldosen können einen vorwiegend osmotisch bedingten Durchfall auslösen. Die Dosis variiert von Person zu Person, wird mit etwa 5–15 g (1–3 gehäufte Teelöffel) für eine gesunde Person angegeben[4]. Die Resorptionsrate von Vitamin C ist dosisabhängig, bei hohen Konzentrationen, sinkt die Resorptionsrate und das Vitamin C wird praktisch nur noch über den Urin ausgeschieden[5].

Supplementieren, ja oder nein?

Der Bedarf an Vitamin C ist nicht hoch und kann leicht über die Ernährung gedeckt werden. Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, Sportler und Raucher haben einen erhöhten Bedarf. Studien zu Vitamin C Supplementierung  und dessen Auswirkung auf die Gesundheit, kommen zu geteilten Ergebnissen. Ein Review-Studie aus 2013 durch die  U.S. Preventative Diseases Task Force und eine 2012 durchgeführte Cochrane Review fand keine signifikanten Hinweise, dass sich Vitamin C Supplementierung positiv auf die Gesamtsterblichkeit oder auf Herz-Kreislauferkrankungen auswirken würde[6].

Bei Harnwegsinfekten, kann durch die Einnahme von Ascorbinsäure der Harn angesäuert werden, und so einer bakteriellen Infektion entgegengewirkt werden.


 

[1] Meister A (April 1994). „Glutathione-ascorbic acid antioxidant system in animals“ (PDF). J. Biol. Chem. 269 (13): 9397–400.

[2] „Vitamin C“. Food Standards Agency (UK). Retrieved February 19, 2007.

[3] Emadi-Konjin P, Verjee Z, Levin AV, Adeli K (2005). „Measurement of intracellular vitamin C levels in human lymphocytes by reverse phase high performance liquid chromatography (HPLC)“. Clinical Biochemistry 38 (5): 450–6.

[4] Vitamin C, Titrating To Bowel Tolerance, Anascorbemia, and Acute Induced Scurvy (Memento vom 28. April 2013 im Internet Archive)

[5] Oreopoulos DG, Lindeman RD, VanderJagt DJ, Tzamaloukas AH, Bhagavan HN, Garry PJ (October 1993). „Renal excretion of ascorbic acid: effect of age and sex“. J Am Coll Nutr 12 (5): 537–42.

[6] Bjelakovic G, Nikolova D, Gluud LL, Simonetti RG, Gluud C (2012). „Antioxidant supplements for prevention of mortality in healthy participants and patients with various diseases“. Cochrane Database Syst Rev 3

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Mag. Julia Tulipan
Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.
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