Mag. Julia Tulipan
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Nose to Tail – das ganze Tier essen

Ein anderes Lebewesen zu töten um sich selbst zu nähren. Das ist ein sehr emotionales und auch oft heiß diskutiertes Thema. Ich war selbst viele Jahre lang Vegetarierin. Erst als es immer mehr Produkte aus artgerechter Tierhaltung gab und ich auch immer stärkere gesundheitliche Probleme bekam, habe ich meine Ernährung wieder umgestellt. Im Rahmen meines Biologiestudiums habe ich auch viele Vorlesungen auf der Universität für Bodenkultur zum Thema Tierhaltung und Tierschutz absolviert. Obwohl mein eigentliches Interesse damals eigentlich bei den Hunden und Wölfen lag, landete ich mit meiner Masterarbeit am Insitut für Nutzierhaltung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Meine Arbeit war Teil eines großen EU Projekts in dem es um die Frage der Haltungsbedingungen für Milchziegen ging und auch die Frage der Enthornung. Das Thema „artgerechte Nutztierhaltung“ hat mich also schon lange vor „Paleo“ interessiert.

 

Innereien waren immer ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung.

 

Durch die Panikmache vor Fett und gesättigten Fetten, sind auch die Innereien aus der Mode gekommen. Je magerer um so besser. Doch da bleibt nicht viel übrig, vom Tier. Das ganze Tier zu verwerten ist nicht nur vom ethischen Gesichtspunkt her relevant, sondern auch von der Nährstoffdichte. Innereien sind wahre Vitaminbomben. So ist das Herz besonders reich an CoQ10 und Magnesium. Zu den vitaminreichsten Organen gehört sicherlich die Leber. Knochen und Knorpel liefern wichtiges Kollagen, das wir auch für unser Bindegewebe benötigen. Wer auf Innereien setzt, der schont auch den Geldbeutel. Die ungewöhnlichen Teile sind meistens sehr günstig. Ein Kilogramm Bio-Rinderleber kostet beispielsweise etwa 3€, ein Rinderherz ca. 8€.

Bei Rindern und Schweinen landet etwa nur die Hälfte des Tieres am Teller. Der Rest wird zu Tierfutter, Düngemehl oder landet in der Industrie. Rindertalg, früher als besonders hitzestabiles Braten- und Frittierfett begehrt, findet nur noch in der Kosmetikindustrie einen Abnehmer.

Es geht um Respekt – wenn schon ein Tier sterben muss, dann sollte man auch das ganze Tier essen.

Die gute  Nachricht ist, dass wir definitiv eine Trendwende sehen. Vielleicht nicht zu letzt auch der Paleo-Bewegung zu verdanken ist, dass Innereien wieder langsam den Weg zurück auf den Teller und in die gehobene Gastronomie finden. Dies ist eine sehr zu begrüßende Entwicklung. Auch wenn es Anfangs etwas ungewohnt scheinen mag, wer sich ein wenig damit beschäftigt, wird überrascht sein wie lecker und Vielfältig Innereien zubereitet werden können.

Damit Du gleich loslegen kannst. Hier mein Rezept für eine ausgezeichnete und einfache Leberpastete.

Leberpastete – cremig und herzhaft

 

 

 

Bildquellen:

Über den Autor Mag. Julia Tulipan

Julia Tulipan ist Biologin (Mag.) und Personal Fitness and Health Trainer (Dipl.) und schreibt für verschiedene Online-Magazine und für ihr eigenes Blog paleolowcarb.de vor allem zu den Themen gesunde und artgerechte Ernährung und Bewegung. Julia hat selbst lange mit ihrer Gesundheit gekämpft. So wurde ihr Interesse an gesunder Ernährung geweckt. Seither hat sie sich mit Low Carb und der Paleo-Ernährung Stück für Stück mehr Lebensqualität zurück erkämpft.

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