Der Sommer ist da – endlich! Das allgemeine jammern und klagen über trübe und viel zu kalte Tage nimmt ein Ende. Parallel dazu wächst der Andrang um die Regale mit den Sonnencremes in den Drogeriemärkten des Landes und das Stadtbild ist wieder von modischen Sonnenbrillen geprägt. So paradox es klingt, aber was wir Monate lang herbei gesehnt haben wird nun sogleich wieder bekämpft – die Sonne. Sie ist für unsere Gesundheit unentbehrlich, gilt aber allgemein als gefährlich und Verursacher von Hautkrebs. Sicher ist es keine gute Idee, sich ständig ungeschützt exzessiven Sonnenbädern auszusetzen. Doch jeden Sonnenstrahl zu meiden und nicht genug Sonnenlicht aufzunehmen, könnte genauso gefährlich sein und das Sterblichkeitsrisiko sogar erhöhen. Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze, der Wichtigste ist der Einfluss von Vitamin D. Sonnenlicht ist hauptverantwortlich für die Bildung von Vitamin D. Ein Mangel an diesem Sonnenhormon schafft entscheidende Voraussetzungen für die Entstehung zahlreicher systemischer Erkrankungen (z. B. Krebs, Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes, Depression, Immunschwäche, hormonelle Störungen), die nicht selten mit dem Tod enden können. Aber was ist genau das richtige Maß an Sonneneinstrahlung und wie können wir unser Hautkrebsrisiko in Zeiten deutlich gestiegener Sonnenintensität, allgemein stark erhöhtem Zuckerkonsum und nahezu fanatischem Fettverzicht minimieren und dabei trotzdem den Vitamin-D-Spiegel optimieren? (Lies auch: 5 Tipps für besseren Sonnenschutz ohne Sonnencreme)

Mehr zu Vitamin D erfährst Du in diesem tollen Interview mit Prof. Dr. Jörg Spitz auf www.paleo360.de

Interview mit Prof. Dr. med. Spitz zum Thema Vitamin D

 

Wie uns permanenter Sonnenschutz von der Sonnenstrahlung fernhält und dabei der Gesundheit permanent schadet

Die offiziellen Richtlinien, die hellhäutigen Nordeuropäern für den Umgang mit dem Sonnenlicht gegeben werden sind zwar vielfältig, haben aber im Wesentlichen nur ein Ziel: Wir sollten uns keinesfalls ungeschützt direkter Sonnenstrahlung aussetzen! Wer sich nicht daran hält, dem drohen Verbrennungen, frühzeitige Hautalterung und schließlich Hautkrebs. Egal ob in Nordeuropa beim Stadtbummel (wenn’s geht auch im überdachten Einkaufscenter), beim Strandaufenthalt oder beim Skifahren auf dem Gletscher im Hochgebirge – das Motto lautet: Permanenter Sonnenschutz für jung und alt! Die gängigsten und gerade in den Sommermonaten in den Medien viel gepredigten Ratschläge sind uns allen geläufig, z. B. wenn man raus in die Sonne geht, bloß nicht vergessen, die unbedeckten Hautpartien gut mit Sonnencreme unter Verwendung hoher LSF einzuschmieren, auch die Augen durch Sonnenbrillen vor der gefährlichen UV-Strahlung schützen, die Mittagssonne generell komplett meiden, unbedingt die Haut durch Kleidung, Kopfbedeckung und natürlich Sonnencremes schützen und auch das regelmäßige Nachcremen ja nicht vergessen, damit der Schutz nicht unbemerkt nachlässt. Trotz all dieser Maßnahmen sollten wir eigentlich doch besser im Schatten bleiben, weil das direkte Sonnenlicht einfach zu gefährlich ist. Auch von solch fragwürdigen Tipps, wie z. B. die Haut durch Schlucken von Carotin-Kapseln, also Nahrungsergänzungsmitteln, auf die Sonne erst einmal vorzubereiten, bleiben wir nicht verschont.

by Mike Wislon

Welche Blüten die Anti-Sonnen-Hysterie sonst noch treibt

Zu welch abstrakten Schutzmaßnahmen es besonders hellhäutige Menschen in Anbetracht dieser Informationsflut, ja fast schon Panikmache, treibt, konnte ich auf beeindruckende Art und Weise auf meinen Reisen in südliche Gefilde kennenlernen. Da waren wirklich sehr skurrile und auch belustigende Momente dabei. Das in seiner gesamten Ausprägung imposanteste Erlebnis hatte ich beim Insel-Hüpfen auf den Malediven, wo die Sonne aufgrund der Äquatornähe als besonders gefährlich gilt. Solch ein Ausflug setzt sich meistens aus 2 – 3 Schnorchelstopps an Riffen auf offener See, einer ca. dreistündigen Mittagspause mit Strand-BBQ auf einer unbewohnten Insel und dem Besuch einer anderen Touristeninsel sowie einer Einheimischeninsel zusammen. Wer so etwas bucht, will in der Regel einfach nur die Sonne, das Meer und das tropische Insel-feeling genießen. An jenem Tag war unter den Gästen ein auf Anhieb auffallendes Paar. Während alle anderen in leichter Badebekleidung und locker umgebundenen Tüchern oder Pareos, Flip-Flops und einer Strandtasche kamen, betraten sie das Boot buchstäblich in voller Montur. Diese bestand aus langen Hosen, immerhin kurzärmligen Shirts, die Füße steckten in Socken und robusten Trekkingsandalen, auf den Köpfen Stoffhüte mit breiter Krempe und einem eingenähten den Nacken bedeckenden Stofflappen. Beide schleppten eine große Reisetasche. Ihre Gesichter waren schweißbedeckt und alle durch Kleidung nicht geschützten Hautstellen waren von einer dicken weißen Schicht Sonnencreme überzogen. Es sah aus, als hätte man sie mit Latexfarbe angestrichen. Wir dachten erst, sie hätten nur einen Transfer auf eine andere Hotelinsel und das Boot würde sie gleich dahin mitnehmen. Doch das bewahrheitete sich nicht – sie hatten tatsächlich den gleichen Ausflug wie alle anderen gebucht. Bereits ca. 30 Minuten nach dem Ablegen wurden die Reisetaschen geöffnet und man holte sogleich die Sonnencreme LSF 60 (!) hervor, um sich gegenseitig mit größter Hingabe und Sorgfalt nachzucremen – selbstverständlich im Schatten sitzend. Es war wirklich ein Bild für die Götter. Während inzwischen alle nur noch barfuss und in Badekleidung unterwegs waren, saßen die beiden in nahezu stoischer Ruhe immer noch vollständig bekleidet und mittlerweile in Sonnencreme einbalsamiert auf ihren Schattenplätzen. Doch es sollte noch besser kommen. Als der Kapitän auf ein in noch einiger Entfernung liegendes Riff für den ersten Schnorchelstopp hinwies, begann bei den beiden plötzlich geschäftiges Treiben. Sie zogen sich doch tatsächlich bis auf die darunter liegenden Badesachen aus! Dann folgte eine weitere inbrünstige Zeremonie des gegenseitigen Eincremens, LSF 60. Die Schnorchelutensilien wurden aus den Taschen geholt – so weit, so gut. Ich traute meinen Augen jedoch nicht, als dann auch noch Ganzkörper-Neopren-Anzüge zum Vorschein kamen, die eigentlich als Kälteschutz in kälteren Gewässern dienen, wohl aber kaum bei 29 °C Wassertemperatur nötig sind. Auf die inzwischen vollständig mit Sonnencreme LSF 60 eingecremten Körper wurden dann quasi als mechanischer Sonnenschutz auch noch die Neopren-Anzüge drüber gezogen, so dass wirklich nur noch Gesicht, Hände und Füße heraus schauten – wie die Froschmänner. Flossen, Taucherbrille und Schnorchel rundeten das Bild ab. Am Riff angekommen, sprangen sie dann todesmutig dem grellen Sonnenlicht entgegen in die Fluten. Selbstverständlich wurde nach dem ca. 30-minütigen Aufenthalt im Salzwasser wieder gründlich mit LSF 60 alles nachgecremt. Beim Betreten der Inseln waren sie dann wieder ordnungsgemäß in ihrer Montur verpackt, und so ging das eigentlich den ganzen Tag. Ja, sie waren wirklich perfekt auf die gefährliche Äquatorsonne vorbereitet und bestens ausgerüstet. Sie haben alle Regeln mit deutscher Gründlichkeit befolgt und damit zumindest mir völlig unerwartet einen äußerst unterhaltsamen und amüsanten Tag beschert! Doch Spaß bei Seite – wie können wir uns effektiv auf die Sonne vorbereiten und unseren Eigenschutz verbessern?

 

Die Haut dankt es – Mit der richtigen Ernährung beste zelluläre Voraussetzungen zur Vorbeugung von Hautkrebs und für das Sonnetanken schaffen

Hier möchte ich in erster Linie meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen schildern, die ich mit meiner Ernährungsumstellung auf LCHF in puncto Sonnenverträglichkeit und Bräunungsverhalten gemacht habe. So richtig bewusst sind mir die dahinter stehenden Wirkmechanismen aber erst geworden, als ich mir das Interview mit Anja Leitz, Autorin von „Better Body – Better Brain“, in der Evolution Radio Show angehört habe. Früher, als ich noch voll verzuckert und mit fettarmer Ernährung unterwegs war, musste ich das Thema Sonnenbaden auch sehr gut planen und mit äußerster Vorsicht angehen. In meinem Reisegepäck für den klassischen Strandurlaub steckte immer ein großer Beutel voller Sonnencremeflaschen, der wenigstens schon 3 kg von 20 kg Freigepäck für sich beanspruchte. Von LSF 30 bis LSF 10 war alles dabei. Etappenweise arbeitete ich mich von anfangs LSF 30, nur im Schatten und ständig nachgecremt bis LSF 10, nur noch 1x eingecremt pro Tag und nachmittags auch mal 1 Stündchen in der Sonne, am Ende des Urlaubs vorwärts. Da ich es einfach nur lästig und viel zu heiß fand, ständig mit Kopfbedeckung herumzulaufen, habe ich mir meine Kopfhaut regelmäßig verbrannt. Meine Eigenschutzzeit, egal ob in der Sonne oder im Schatten, betrug maximal eine halbe Stunde. Wenn man sich dann ein paar Mal so richtig verbrannt hat, so dass die Haut erst Brandblasen schlug und danach in Fetzen vom Körper rieselte, hat man dann irgendwann den Dreh raus und kann daran seine eigene Bräunungsstrategie entwickeln. Denn ein bisschen „Neidbräune“ für die Kollegen musste schließlich auch sein. Im Mai 2014 hatte ich mit LCHF angefangen und im Februar 2015, als der Hauptschwung meiner verlorenen Kilos schon runter war, kam quasi als Belohnung mein erster Strandurlaub im neuen Lebensstil und mit neuem Körpergefühl. Ich war neugierig, wie das wohl alles werden würde, hatte aber standardmäßig natürlich das volle Programm an Sonnencremes dabei. Recht schnell bemerkte ich dann, dass sich mit LSF 30 rein gar nichts an Farbgebung auf meiner Haut tat. Die ersten zwei Tage verbrachte ich so und dann beschloss ich mutig, die nächste Etappe LSF 20 einfach zu überspringen und direkt mit LSF 15 weiterzumachen. Auch damit passierte nicht viel. Abends konnte ich dann an den Stellen, die wohl nicht ganz so ordentlich eingecremt waren, eine leichte Tönung erkennen. Aber von brennen oder rot, wie sonst immer, war das weit entfernt. Nach 3 Tagen mit LSF 15 wechselte ich dann auf die 10. Mittlerweile verbrachte ich den Großteil des Tages in der Sonne, nur die Mittagszeit von 12 – 14 Uhr war ich im Schatten. Auf meiner Haut war allmählich eine durchgängige zarte Tönung zu erkennen. Aber es fühlte sich total anders an als ich bisher kannte – kein brennen, kein jucken oder Pickel, kein spannen, nicht schwammig aufgequollen, sondern absolut reizlos, eher ledern und irgendwie derber und trockener. Es waren wirklich total interessante und erstaunliche Beobachtungen, auf die ich mir zu dem Zeitpunkt noch keinen Reim machen konnte. Sozusagen im Schnelldurchlauf war ich dann schließlich noch innerhalb der ersten Woche bei LSF 6 mit Carotin angekommen und damit bin ich dann ganz entspannt bei einer ganz allmählichen, sehr angenehmen und nicht so überreizt einhergehenden Bräunung durch den Rest des Urlaubs gegangen. Es war einfach komplett anders diesmal gelaufen und das trotz gefährlicher Äquatorsonne! Die einzig logische Erklärung danach war für mich die, dass durch die verlorenen Fettschichten meine Haut einfach nicht mehr so gespannt und überdehnt ist und deshalb auch nicht mehr so gereizt ist und eben besser auf die Sonne reagieren kann. Das stimmte so nur zu einem gewissen Teil, wie sich erst dieser Tage herausstellen sollte. Meinen großen AHA-Effekt hatte ich dann nämlich erst nach Julias Interview mit Anja Leitz. Wie ich daraus gelernt habe, sind meine Zellen, insbesondere die Zellwände jetzt durch die vielen guten Fette und die mangels Kohlenhydraten maximal eingedämpfte Entzündungsbereitschaft meines Körpers bestens für den Ansturm der UV-Strahlen gewappnet. Mein Körper ist wie von Anja beschrieben durch meine Ernährungsumstellung in seiner Funktionalität bestens vorbereitet, um Sonnenlicht zu tanken, Vitamin D zu bilden und damit dem Entstehen von systemischen Erkrankungen und letztlich auch Krebs bestenfalls ein Schnippchen zu schlagen. Dieses Wissen erklärt meine eigenen Beobachtungen wunderbar. War es früher eher ein Kampf, kann ich die Sonne jetzt richtig genießen und es fühlt sich einfach richtig gut an. Hier in Deutschland verzichte ich mittlerweile ganz auf Sonnencreme und ich kann mich ohne weiteres mehrere Stunden in der Sonne aufhalten ohne zu verbrennen. Etwas Kokosöl zur Hautpflege tut es auch. Sonnencreme benutze ich eigentlich nur noch am Strand im warmen Süden und auch nur LSF 6. Dem Rat, die Mittagssonne zu meiden, folge ich weiterhin und bin dann brav im Schatten. Ich hätte nie gedacht, was man mit Ernährung alles beeinflussen und erreichen kann und bin restlos begeistert!

 

Sonnencremes – Fluch oder Segen, immer und überall?

Sonnenschutz ist sicher wichtig, wenn man plant lang genug, um überhaupt verbrennen zu können, draußen in der Sonne zu sein. Doch sobald man sich intensiver mit den marktüblichen Sonnencremes und UV-Blockern auseinandersetzt, wird man feststellen, dass es letztlich pure Chemie ist, die man sich da auf die Haut, das größte Organ des Menschen, schmiert. Es wird sogar in Frage gestellt, ob Sonnencremes überhaupt nützlich sind und vor allem sicher vor gefährlichem Hautkrebs schützen, weil paradoxerweise viele chemische Zusätze wie z. B. Alkohol, Parfüm, Parabene, Lösungsmittel, Erdöl in sich zerfallen, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Leider könnten auch natürliche Sonnenschutzmittel wie Zinkoxid problematisch sein, wie Forscher entdeckt haben. Man fand heraus, dass Zinkoxid unter UV-Bestrahlung freie Radikale generiert, die die Zellen beschädigen und das Krebsrisiko erhöhen könnten. Daran muss natürlich noch weiter geforscht werden und bis man mehr weiß, ist ein natürlicher auf Mineralien basierender Sonnenschutz sicher immer noch die bessere Wahl als Chemie. Der beste Weg, sich vor Hautkrebs zu schützen und trotzdem von den nützlichen und unentbehrlichen Effekten des Sonnenlichts zu profitieren ist sicher der, sich ganz allmählich zu bräunen ohne dabei zu verbrennen. Dabei sollte jeder seine Verweildauer entsprechend dem Hauttyp, Hautbeschaffenheit, Tages-/Jahreszeit und geografischen Breitengrad variabel anpassen. Einen allgemeinen Goldstandard gibt es nicht; es gilt nicht immer überall für jeden das Gleiche. Nur eins ist sicher: krebsrote Haut, Brandblasen und in Fetzen hängende Haut als Folge des Sonnenbadens sind definitiv nie eine gute Idee!

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen schönen Sommer!

by Rachel Paprocki

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Kathrin Koloc

Kathrin Koloc

Kathrin Koloc, Dresdnerin, von Beruf Managementassistentin und Fremdsprachentalent, ist 2014 über einen äußerst glücklichen Zufall zu LCHF und der ketogenen Ernährung gekommen und hat spontan ihren Lebensstil darauf umgestellt und angefangen, von da ab auch ihre Gesundheit selbst zu managen. Damit konnte sie sich innerhalb eines reichlichen Jahres von ihrer schweren Fettleibigkeit befreien und ein neues schlankes Leben beginnen. Sie hat seit dem ihren heutigen Lebensstil zur Passion gemacht und sich tiefgründig in die Materie mit all ihren Facetten eingelesen und weitergebildet. Wissbegierig, stets auf neue Erkenntnisse bedacht und anhand ihrer eigenen Erfahrungen und Selbstversuche geht sie beharrlich ihren Weg und versucht zielstrebig auch noch die letzten Hürden und Altlasten zu bewältigen, hin zu bestmöglicher Gesundheit und Vitalität. Ihr Wissen und das Erlebte möchte sie gern weitergeben, um damit anderen Betroffenen zu helfen und sie zum Erfolg zu führen.